


Grüne Landwirtschaftspolitik heißt: Der Bio-Landbau muss zum Normalfall der Landwirtschaft werden.
Immer mehr Menschen wollen hochwertige Bio-Lebensmittel statt billiger Massenware. Aber während die Nachfrage nach Bio förmlich explodiert, stagniert die Anbaufläche in Deutschland und NRW. So muss ein Großteil der Bio-Produkte inzwischen aus dem Ausland importiert werden, weil die Landesregierung wider jede Vernunft auf billige Massenproduktion in der Landwirtschaft setzt. Das schadet unserer Gesundheit, der Umwelt, den Tieren und letztlich auch den heimischen Landwirtinnen und Landwirten selbst.
Wir brauchen in NRW wieder eine klare Förderpolitik für den Bio-Landbau. Zurzeit fließt die Hälfte des EU-Haushalts - das sind etwa 50 Mrd. Euro - in die Landwirtschaft, davon etwa 6 Mrd. € nach Deutschland. Vielfach werden damit umweltschädliche Agrarfabriken gefördert.
Wir wollen eine Neuausrichtung der EU-Agrarförderung. Steuergelder sollten nur für umweltverträgliche Landwirtschaft fließen und nur dann, wenn sie eine klar definierte Leistung für die Gesellschaft erbringt.
Gentechnik Die Agro-Gentechnik ist ein hohes Risiko für Mensch und Umwelt, ohne dass der Nutzen jemals nachgewiesen wurde. Die zuständigen Behörden prüfen in der Regel nur das, was ihnen die Agro-Gentechnik-Industrie vorlegt. Unabhängige Studien zeigen, dass das unzureichend ist: Nützliche Insekten wie beispielsweise Schmetterlingsarten werden durch insektenresistenten Mais (Bt-Mais) geschädigt. Und französische Wissenschaftler wiesen nach, dass das Totalherbizid Roundup, das z.B. zusammen mit herbizidresistenten Gentech-Pflanzen eingesetzt wird, menschliche Zellen schädigen kann. Viel zu wenig untersucht ist auch, ob Gentech-Pflanzen letztlich bei Menschen Allergien verursachen können. Weder ist ausreichend wissenschaftlich untersucht, ob und in welchem Umfang fremde Gene auf die Nahrung übergehen, noch weiß man genug über das allergene Potenzial gentechnisch veränderter Pflanzen. Ob die neuen Bestandteile Allergien auslösen ist kaum untersucht. Stammen die fremden Gene beispielsweise von Pflanzen, auf die bekanntlich einige Menschen allergisch reagieren z.B. Erdnüsse, Paranüsse, Erdbeeren usw., ist dies wahrscheinlich. Problematisch ist dies, wenn die neue Substanz bisher nicht Bestandteil unserer Nahrung war. Wald Der Wald ist in erster Linie Erholungsraum für die Menschen. Er ist nicht nur Holzlieferant, sondern erfüllt viele ökologische, soziale und wirtschaftliche Funktionen. Der Wald ist für die heimische Ökologie elementar und unersetzbarer Lebensraumsraum für Tiere und Pflanzen. Ziel Grüner Politik ist es, natürliche Waldgebiete zu erhalten und aufzubauen, anstatt sie gegen Holzplantagen und Monokulturen einzutauschen. Nachhaltige Waldwirtschaft sichert auch die Holzversorgung der heimischen Säge- und Holzwirtschaft. Weil der Wald Erholungsgebiet und Heimat ist, muss der Staat für seinen Erhalt und seine Entwicklung sorgen. Das heißt auch, dass wir eine angemessen ausgestattete staatliche Forstverwaltung brauchen. Unter der Devise "Privat vor Staat" betreibt die Landesregierung NRW gezielt und systematisch den Ausverkauf des Waldes und der Forstverwaltung auf allen Ebenen. Auf der Strecke bleiben über 150.000 Kleinwaldbesitzerinnen und -besitzer in NRW sowie die staatliche Forstverwaltung. Damit bricht auch eine nachhaltige Waldwirtschaft einschließlich der vielfältigen ökologischen und sozialen Funktionen des Waldes weg. Das wollen wir nicht hinnehmen.
Sollten Sie an den jew. Antworten der Landesregierung interessiert sein, senden Sie eine Mail an meine wissenschaftliche Mitarbeiterin christine.zechner@landtag.nrw.de und wir senden Ihnen diese gerne zu.